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Dienstag, 11. November 2008
Wer mich kennt, kennt auch meine militante Einstellung zum Thema Konsum und Do it yourself. Letzteres liebe ich, Ersteres hingegen greift leider immer mehr um sich, Passivität in vielen Dingen vom Klamottenkauf bis zum regiert werden. Und eine ganz neue Facette der Passivität und der Kommerzialisierung ist der Rheinische Karneval. Auftrittskräfte verlangen Gagen jenseits von gut und böse, Zeitpläne sind auf die Minute genau vorgegeben und - wie neulich im Städtchen auf einer Art "Vor"-Karneval erlebt - werden die Büttenreden auch nicht besser... eher tiefer, und zwar unter der Gürtellinie. Mag sein die Gagen haben eine gewisse Eigendynamik: Fahrzeuge sind zu bezahlen, Werbung zu betreiben und vor allem ruht der "normale" Job während der fünften Jahreszeit. Aber das ist nicht der Punkt. Der Punkt ist, dass niemand mehr zu wissen scheint, wie man richtig feiert. Preisgünstig. Und von Herzen. Als bekennende Konsumgegnerin wurde kürzlich mein Augenmerk auf das Thema Karneval gelenkt. Eigentlich bin ich gar kein Karnevalsjeck, ausser um mich lustig zu verkleiden. Doch diese Session wird alles anders! Denn in der letzten Sitzung des Heimatverein, dessen mutmaßlich jüngstes Mitglied ich nun bin (!), ging es um das Thema Karneval. "Ach herrje" war mein erster Gedanke. Denn der klassische Karneval beinhaltet für mich saufen und 6. Schenkelklopfender Humor. Abgründe. Es sollte anders kommen, denn die neuen Kollegen vom Verein taten das, was sie bei den Vereinssitzungen immer tun: Sie erzählen von früher. Das klingt nun etwas abwertend, aber ich liebe es! Geschichte ist nur tot, wenn die Menschen sie nicht mehr aus eigener Erfahrung erzählen können. Im Heimatverein ist sie dagegen quicklebendig, und ich genieße es sehr. Diesmal ging es aus gegebenem Anlaß um das Thema Karneval, und ich bekam so manche schöne Geschichte über Leichlingen und sein jeckes Brauchtum zu hören. Und vor allem die Meinung solcher "Alt"-Leichlinger zu dem Karneval, wie er heute ist. Siehe oben. Der Vorsitzende des Vereins rief dann alle dazu auf, einen Karneval "wie früher" auf die Beine zu stellen. Das Problem ist leider, dass nicht alle Mitglieder noch fit genug sind, um es so richtig krachen zu lassen. Und ratet mal, wen der Vereinschef dann ohne mit der Wimper zu zucken als Büttenredner auserkoren hat? "Unsere Bärbel". Angesteckt von der genialen Idee, den Karneval wieder zu seinen Ursprüngen zurückzubringen, habe ich mich nicht bitten lassen und ein Kopfnicken brachte mich nun in die Bütt 2009. Zu Hülfe. Die folgende Nacht konnte ich kaum schlafen. Meine anfängliche Idee, eine Karnevalsprinzessin zu basteln, die "nix kostet" und damit den fehlenden Prinz zu ersetzen, war zwar ein netter Ansatz, nimmt er doch grade die kostenintensive und in diesem Jahr erfolglose Prinzensuche auf´s Korn. Ich könnte mir ein Krönchen aus einer Konservendose basteln und eine Prinzessinnen-Robe aus Altkleidern. Für Hobbyschneider gar kein Problem! Aber wenn das Kostüm am Ende aussieht wie ein Lumpensack fällt das negative Image auf den Heimatverein zurück und das wollte ich nicht riskieren.... Also kam mir meine Schankmaid in den Sinn, die ich ja sowieso schon öfters im Larp gespielt hab. Und mit dem blauen Rock vom Heimatverein wurde im Handumdrehen die "Bergische Schankmaid" draus. Und die wird sich mit ihrem Thekenlappen durch die Session 09 wischen, freche Sprüche kloppen und in der Bütt "reinen Tisch" machen. Mein Problem wird nur sein: Wen nagel ich an die Wand? Die Politik? kenn ich nix von. Die Leichlinger Bürger? Die hab ich doch gern. Den Karneval selbst? Das müsste gehen. Schaun wir mal. Sehen wir uns in der Bütt? Wann und wo ich baden gehe, steht hier: Artikel des Kölner Stadtanzeiger vom 11.11.08 zum Thema Karneval in Leichlingen Lesen! Denn in dem Artikel steht wunderschön formuliert, woran es hapert und vor allem: Wie man in Leichlingen früher Karneval gefeiert hat! Mit Herz. Und dem ein oder anderen Bierchen ;-)
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Karneval
Leichlingen
Geschrieben von snowwhite um 08:26 Uhr in Heimat
Sonntag, 9. November 2008
So, nachdem ich den vorgestrigen Abend mit Fummelskram, und den letzten mit Blogdesign und den heutigen Tag ebenfalls mit Blogbasteln vertrödelt habe, muss ich mal was produktives tun: Bloggen! Ich habe vorgestern kleine Beutelchen genäht, die ich vorher bestempelt hatte. Alles in allem keine große Sache, aber 22 Beutelchen zerren an den Nerven wenn man die gleiche Handbewegung immer und immer wieder machen muss. Lang-wei-lig! Aber ich hab mich auf diese Bastelei schon ein Jahr lang gefreut, denn wir sind ja im vergangenen Jahr in das Haus meiner Oma gezogen. Und die hatte für die Martinskinder immer kleine Tütchen abgepackt, damit alle Kinder das gleiche bekommen. Dabei muss ich immer an meine eigene Kindheit denken: Ich wohnte in diesem winzigen Ortsteil von Leichlingen, und die kleine Schar der Kinder ging einmal im Jahr mit ihren Martinslaternen von Haus zu Haus. Am Ende der Wanderung kehrten wir immer im gleichen Haus ein, und alle Kinder schütteten ihre Beute auf den großen Küchentisch. Die Mutter des Hauses half beim Verteilen. Diesen Anblick vergesse ich meinen Lebtag nicht: Ein ganzer Tisch voller Süßigkeiten, und ein gerechter Anteil sollte mir gehören! Heute kann ich mir im Supermarkt so viele Leckereien kaufen wie ich will, aber es ist- ihr alle wisst es selbst- nicht das Gleiche. Beute ist etwas Besonderes, und kaufen kann jeder. Als ich nun wieder in die Heimat gezogen bin, gab es die Tradition der Verteilung schon lange nicht mehr. Und auch wenn die Großen an der Tür immer darauf achten, dass es gerecht zugeht... die niedlichen Kindergesichter bekommen bestimmt die ein oder andere Tafel mehr zugesteckt. Im Grunde ist es nicht so wichtig, kein Kind kommt zu kurz in unserer kleinen Siedlung. Aber ich bin halt pingelig wenn es um Gerechtigkeit geht. Ich schätze die Zahl der zu erwartenden Kinder, erhöhe um 5, und mache Tütchen. Wie meine Oma. Letztes Jahr hatte ich kleine Cellophantüten mit goldenen Sternen gekauft, mit grünen Papierschnipseln ausstaffiert und mit Süßkram gefüllt. Anbei auch ein Trinkpäckchen, denn die Kinds bekommen massenhaft Süßes, aber selten was zu trinken. Doch ich wollte dieses Jahr etwas individuelles machen, etwas mit... na ja, Liebe halt. Und so habe ich einen alten Bettbezug von Oma zerschnippelt und bestempelt. Und weil ich zuuufällig auch Stempel mit St. Martins-Motiven habe, kamen die halt auf den Stoff. Es hat Spaß gemacht, auch wenn ich nun rumjammere wie fummelig es war. Un nächstes Jahr nehme ich noch schöneren Stoff..... damit jedes Kind das Gleiche bekommt. Denn ich vermute, auch St. Martin hat den Mantel genau in der Hälfte geteilt, und nicht ein Drittel rechts und zwei Drittel links, oder? ;-) 
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St. Martin
Geschrieben von snowwhite um 16:19 Uhr in Heimat
Donnerstag, 6. November 2008
Eitelkeit ist eine der 7 Todsünden? Als kleine Schwester des Hochmut bestimmt. Was für ein Glück, dass ich evangelisch bin, und auch das nur auf dem Papier, denn dann muss ich nicht im Fegefeuer schmoren, weil ich ein Foto so unglaublich niedlich finde, welches meine Tochter vorgestern von ihrer Mama gemacht hat. Zur Erinnerung: Ich bin stolze 47, und will kein Jahr missen! Aber wenn mein Kind mich so knipst, dass glatt 30 Jahre einfach fortgewischt werden, und sei es auch nur optisch, dann gebe ich mich dem Laster der Eitelkeit hin. Und zeige euch ein Foto, dass mich zum Lachen bringt, weil es so süß ist. Wie Erdbeerkuchen. Oder Sirup. Das bin ich. Plus 1 Liter Schminke. Und photoshop kam nur zum Einsatz, um den weißen Blusenärmel ein wenig abzudunkeln und einen Hauch von Schärfe auf die Augen und Lippen zu legen. Mehr nicht. Hier mein neustes Lieblingsfoto. Ich bin es und ich bin es nicht. Es zeigt mich, aber so sehe ich nicht wirklich aus. Es zeigt wohl mehr eine Idee, und die tendiert Richtung Karneval. Aber das ist eine andere Geschichte... Klick mich zum vergößern (noch mehr Niedlichkeit! ) 
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Karneval
Geschrieben von snowwhite um 17:47 Uhr in Privates
Mittwoch, 5. November 2008
Gestern war ich im Kino. Und habe mich zum ersten Mal nicht geärgert, als ich den Hinweis sah "Filmförderung". Ich weiß ehrlich gesagt nicht, aus welchen Töpfen diese deutsche Förderung gespeist wird, aber wenn ich dann sehe, dass die Filmstiftung NRW auch so wertvolle Streifen wie "7 Zwerge" oder "Der Schuh des Manitu" gefördert hat, dann frage ich mich unter welchen Kriterien dort die Gelder vergeben werden.Anscheinend weiß ich nicht was Kunst ist. Als ich vor Wochen den Trailer des neuen Kinofilmes "Krabat" sah, musste ich gleich mehrfach stutzen. Ein augenscheinlich so guter Film kann nicht deutsch sein! Und: Nach einem Buch von Otfried Preußler. Klingelt da auch etwas leise bei euch? Also bei mir klingelte es leise, und ich vermute ihr wusstet sofort an wen der Name des Autors uns erinnert: An den Räuber Hotzenplotz. Doch erst durch ein wenig suchen habe ich dann schamhaft einsehen müssen, dass Otfried Preußler weit mehr geschaffen hat als den brummigen Räuberhauptmann. Viele weitere, nicht selten magische, Figuren sind seiner Feder entschlüpft. So wundert es auch nicht länger, dass Krabat von Magie erzählt, von Freundschaft und von Liebe. Und dass das letzte Wort des Filmes- ich denke das darf verraten werden- "Freiheit" lautet. Nach dem Trailer hatte ich mir fest vorgenommen den Film zu sehen, und habe die seltene Gelegenheit, meine drei Kinder alle beisammen zu haben, gestern genutzt um sie ins Kino zu schleifen. Und bin begeistert! Im Falle des Filmes "Krabat" ist jeder Cent der Filmförderung sinnvoll ausgegeben. Am meisten mag ich an dem Film, dass trotz der obligatorischen Special Effects diese im Hintergrund bleiben, als Mittel zum Zweck um die Geschichte zu erzählen. In so vielen Hollywood-Streifen sind die Effekte so unglaubwürdig und vordergründig, dass sie zur Lachnummer verkommen. Krabat aber nutzt und spielt mit den Möglichkeiten visueller Manipulation. Ein wunderschöner Film, schön anzusehen, mit einer packenden Handlung, moralischen Grundaussagen und sogar einigen realen historischen Anklängen. Da der Film ab 12 Jahren freigegeben ist, bleibt er leider den kleineren Kindern verwehrt. Doch das mag sinnvoll erscheinen, beinhaltet die Story doch recht brutale Elemente. Hinter dem grusligen Setting verbirgt sich aber eine sehr bodenständige Grundidee, die so alt ist wie die Menschheit: Dass Freundschaft und Liebe vieles überwinden können. Aber seht selbst, und verpasst es nicht den Film auf der großen Leinwand zu sehen! http://www.krabat-blog.de/blog/ http://www.krabat-blog.de/
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Krabat
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Geschrieben von snowwhite um 10:32 Uhr in Privates
Mittwoch, 29. Oktober 2008
Eben kam meine neue kleine Digicam an. Und wurde sofort aufgeladen und probegetestet. Ich hab sie auf mein Gesicht gerichtet, und trotz einem Blitzlichtgewitter aus unmittelbarer Nähe habe ich auf dem Foto Dinge in meinem Gesicht gesehen, die selbst der Badezimmerspiegel bisher nicht offenbarte. Ich würde also sagen: Test bestanden! Gleich darauf schnell schnell nach draußen, und erste Versuchsaufnahmen mit Häkelmützen gemacht. Ich habe neulich eine schnelle Mütze gebastelt, weil ich 1) Garn auf einem Wühltisch ergattern konnte, 2) kalte Ohren hatte und 3) keine passende Kopfbedeckung für einen lilafarbenen Wintermantel habe, der zwar unglaublich lächerlich ausschaut, der aber der einzig wirklich warme Mantel in meinem Kleiderschrank ist. Drum hab ich schnell was gehäkelt, musste noch 2 weitere Garne hinzuziehen, und wollte eine dieser rechteckigen Mützen machen, an deren oberen beiden Ecken dann jeweils ein Bommel baumelt. Leider muss ich das nochmal üben, denn die Bommel zogen das Ding so nach unten, dass es wie zwei puschlige Riesenzöpfe in Quietschrosa ausschaute. Mein Mann hat gelacht! Also hab ich die beiden Ecken oben festgenäht und hab halt jetzt eine ganz normale Bommelmütze. Die hat mir aber schon gute Dienste geleistet, denn erstens ist sie schön warm, und zweitens sieht man mich schon von weitem. Sehr praktisch wenn man sich mit Freunden vor der KölnArena - pardon die heisst ja jetzt "Lanxess-Arena" - treffen will und keinen eindeutigen Ort ausgemacht hat. Man hat mich gesehen, rosa bommelnd. Und dem Konzert mit den Black Föös, Nena und BossHoss stand nichts mehr im Wege. Übrigens kann Nena immer noch nicht singen, und das nach all den Jahren! Dafür habe ich zum ersten Mal BossHoss gesehen und gehört, und war sehr angetan von den knackigen Jungs. Aber das ist eine andere Geschichte. An dem Pappkopf hängt die Mütze auf den Augen, das liegt daran dass ich einen extremen Dickschädel habe und das Gehäkelte bei mir nur halb so tief rutscht.   
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Geschrieben von snowwhite um 14:34 Uhr in Häkeln
Montag, 27. Oktober 2008
Ich bin 47 Jahre. Mindestens 40 davon bastle ich. Aber bewusst wurde es mir erst mit etwa 20 in Frankreich. Dass meine Hände nicht stillstehen können, dass von der inneren Welt, den Gedanken und Ideen, ein steter Fluß nach außen dringt und etwas erschaffen will und muss. Das klingt dramatisch, ist aber einfach: Ich muss basteln, ich kann nicht anders. Bei meinem ersten Urlaub ohne Mama und Papa im Ausland verschlug es mich mit ein paar Schulfreunden in die Normandie. Auf dem Zeltplatz lagen dicht an dicht lange Piniennadeln auf dem Boden vertreut. Ich musste meine Hände machen lassen... und am Ende hatte ich ein kleines Sortiment geflochtener "Deckchen", so lang und breit wie eben Piniennadeln sind. Als wir mit Rucksack und Eisenbahn weiterzogen, mussten sie zurückbleiben. Ich habe noch sehr oft an meine Piniendeckchen gedacht. So haben Menschen ihre ersten Wohnraumdekorationen und Gebrauchsgegenstände gefertigt: Man nahm was grad rumlag. Später haben Menschen dann auch Einfluß auf Rohstoffe und Materialien genommen, und am Ende der Entwicklung stehen wir. Mit Hightech und intelligenten Kühlschränken. Aber meine Piniendeckchen sind mir mehr wert als alle Hochglanzprodukte. Haben sie mir doch gezeigt, dass man aus allem etwas machen kann. Und: meine Hände wollen gestalten. Irgendwas. Seit diesem Urlaub wurde mir nach und nach klar, dass es Last und Gabe zugleich ist, wenn man ständig irgendwelche Dinge in einem neuen Zusammenhang sieht. Aus einer Baumnadel wird ein Flechtwerk, aus einer Schuhsohle ein Druckstock. Darum haben meine Hobbies auch nie klare Grenzen. Alles lässt sich mit allem kombinieren. Stempeln mit Nähen, Nähen mit Larp (logisch) und Häkeln, aus der Häkelnadel mache ich mir schicke Haarnadeln und die Malerei mit Öl und Airbrush liefert mir Vorlagen für die Gestaltung von Stoffen und Kleidung. Nur zwei meiner Leidenschaften konnte ich bisher nicht vereinen: Stempel und Häkeln. Das hat mich gewurmt. Auf der kürzlich besuchten Stempelmesse hatte ich dann eine ulkige Idee, wie man beides verbinden kann, die aber sehr an den Haaren herbeigezogen ist, und auch noch der Umsetzung harrt. Aber heute sah ich im Internet ein Kleidungsstück, welches mich geradezu elektrisiert hat. Eine Weste mit Häkeln und Stempeln. Gut, beide Techniken zu kombinieren ist naheliegend, ich selbst habe schon auf Stoff gestempelt und auch Häkelapplikationen auf Jeans gepappt. Aber beides auf einem Teil zu basteln, das ist clever und bietet wieder viele neue Möglichkeiten. Schaut mal da: StempelHäkelWeste Ist die nicht hübsch? Nach dem Ursprung der Weste gesucht fand ich diese Seite: StempelHäkelKlamotten Teures Jäckchen, aber mir sprang auch gleich der Verweis ins Auge: Altered Couture. Das ist ein amerikanisches Magazin, welches sich mit dem Verändern von Kleidung beschäftigt. Man könnte auch refashion dazu sagen, aber ich bin mir nicht sicher ob dieser Begriff zu eng definiert wird. Auf jeden Fall ist das Magazin eine Offenbarung für Kreative. Und damit ich nicht ganz mit leeren Foto-Händen dastehe, ein paar alte Bilder von mir mit Häkeln auf Jeans und Stempeln auf Jeans, nur beides zusammen.... das habe ich NOCH nicht umgesetzt. 
.... 
Jetzt muss ich nur noch beides auf einem Kleidungsstück machen, und fertig ist der "Crossover", die Verbindung zweier Genres miteinander. Ulkig. Erst beim Korrekturlesen fiel mir auf, dass an der bestempelten Jeans sehr wohl schon etwas Gehäkeltes zu finden ist: Ich habe die zu kurze Jeans mit ein paar Reihen Häkelbordüre verlängert. Aber da das Gehäkelte kein Design-Element der Jeans war, sondern nur Mittel zum Zweck, nehme ich es nicht mehr wahr. Ulkig.
Donnerstag, 23. Oktober 2008
Ich habe lange nichts mehr über das Nähheft von Burda geschrieben. Warum auch? Kann ja erstens jede(r) selber kaufen, und zweitens hatte ich nichts dazu zu sagen. Ich fand seit einer Weile, dass die Fotos besser geworden sind. Extravagant. Ein wenig wie in der FirstRow, den einmaligen Versuchsballon von Burda. Ob dieser im Verlag geplatzt ist kann ich nicht sagen, aber der frische Wind ist bis in die Burdamoden geweht. So mein Eindruck. Von der Burdamoden Website bin ich in letzter Zeit etwas enttäuscht gewesen, die redaktionelle Seite dreht sich mehr und mehr um Kosmum, aber darüber habe ich ja schon gemeckert. Ich mecker nicht so gerne, um so lieber lobe ich. Wenn es ein Nomen für begeisterungsfähig gäbe, welches nicht mehr als 5 Buchstaben hat, dann setze ich das vor meinen Namen! Heute will ich also wieder ein wenig lobhudeln, das macht am meisten Spaß. Die neue Burda 11/2008 gibt allen Grund dazu. Ausgefallene Schnitte, innovative Linienführung. Jedenfalls zum Teil, denn die Mode auf den Kopf stellen wird auch Burdamode nicht. ( das mache ich.... irgendwann) Aber die so allseits beliebte neue Form der Ärmel, so unziemlich als "Puffärmel" bezeichnet, gewinnt an Boden. Sogar ansonsten eher strenge Jackenschnitte werden nun beidseitig gepufft, schaut mal da:
Gleicher Schnitt, andere Stoffe, beides sehr schön. Und rechts die Trendfarbe der letzten Saison (laut Burda): Lila. Ich hatte im vergangenen Jahr schon festgestellt, dass ich immer noch uralte Wolle in eben jener Farbe im Fundus habe, aber verarbeitet habe ich sie immer noch nicht. Steht zu befürchten, dass ich das auch nicht mehr schaffe, bis Lila wieder out ist. Dann mache ich halt zum nächsten Lila-Hype was draus. Das ganze November-Heft ist voll von solchen Schätzchen. Die Lifestyle und Kosmetikseiten ignoriere ich, weiterblättern kostet nix und geht recht schnell. Die Modestrecken aber sind sehr inspirierend, ein 100 %iges Lob von meiner Seite. Blognachbarin Nowak wird das Heft wieder Seite für Seite analysieren, kicher. So viel Disziplin habe ich nicht, ich wollte nur der Welt mitteilen, dass ich dieses Heft liebe. Grade wenn man viele alte Jahrgänge gesammelt hat, kann man sehen wie sich Burdamoden entwickelt hat. Ein zeitgemäßes Heft. Lesenwert, und auch immer ein Spiegel des Modegeschmacks seiner Epoche. Erfahrungsgemäß war und ist Burdamoden den Kaufhäusern immer eine Nasenlänge voraus. Was mir an diesem Heft aber am allerallermeisten gefallen hat, ist die Plus-Mode. Wie oft haben Leserinnen geschimpft, dass die Mode für mehr Figur an Frauen mit weniger Figur fotografiert wird. (Was in den letzten Ausgaben aber meiner Meinung nach nicht mehr ganz zutraf) Diese Plusmode hat Format! Auch wenn der Aufmacher ein wenig nach elegantem Beerdigungs-Outfit ausschaut: Das Model ist propper (und hat immer noch eine Bombenfigur) und der Kleiderschnitt liefert genau das, was die Plus-Leser immer gefordert haben: Geht auf Figur! Zeigt eure Kurven, falls vorhanden! In einer netten Farbe (lila?) ist dieses Kleid atemberaubend. 
Na ja, wenigstens der Ballon ist lila, kicher. Wenn man sich die technische Zeichnung anschaut, bemerkt man auch eine sehr schöne Ausschnittlösung. Ich mochte ja in den vergangenen Jahren nie diese in Falten gelegten Ausschnitte und Taillen... aber hier finde ich es wunderbar! Ein Kragen, der in eine doppelte Falte ausläuft, sowas habe ich noch nie gesehen oder es wieder vergessen. Toll. Diesen Kragen sieht man dann in der Plusmode des Heftes noch öfter, aber immer schön. Ich weiß nicht, ob sich alle jenseits von Größe 44 über diese knackige Hose freuen: 
Aber ich finde sie toll! Lila, hehe. Ich hoffe, die Plus-Mädels zollen dieser Modestrecke den gebührenden Respekt, damit Burda mehr davon macht. Schönes Heft, ich muss mal ein paar Klebezettelchen raussuchen, um alle Wunsch-Schnitte zu markieren. Denn solch ein Rock fehlt schon ewig in meiner Sammlung, wenn auch nicht in Gold.  Ach, wenn ich doch alles schon im Schrank hängen hätte! Stoff genug habe ich für 10 Hefte.
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lila
Plus Mode
Geschrieben von snowwhite um 14:01 Uhr in Burda
Samstag, 18. Oktober 2008
Es ist nur so ein Gefühl, aber ich habe auf der Burdaseite mehr und mehr das Gefühl, dass Lifestyle und Konsum wichtiger werden als Kreativität und Selbstgestaltung. Und wenn ich ein Gefühl habe, muss das niemand teilen, aber für mich ist es relevant. Legitim, oder? Darum teste ich im Moment die neuen blogs der hobbyschneiderin. Ich bastele noch viel daran rum, an Inhalt, Form und Funktion. Aber den heutigen Eintrag "Zwischenstand Zopfmuster", den könnt ihr hier nachlesen: http://baerbelborn.blog.hobbyschneiderin.net/2008/10/18/zwischenstand-zopfmuster/ Und wer sowas neumodisches wie einen RSS-Feed benutzt, der aktualisiert das am besten dort... ganz unten oder wie man das halt so macht, ich bin zu blöd für sowas. Man liest sich...hoffentlich.
Geschrieben von snowwhite um 15:09 Uhr in Gedanken
Dienstag, 14. Oktober 2008
Himmel! Ich schau grad wann die Messe für Stempelsüchtige denn war, und die ist schon einen ganzen Monat vorbei! Kaum zu glauben, denn es kommt mir vor als wäre ich erst vor ein paar Tagen dort gewesen. Ich war zum ersten Mal seit...äh... ich glaube 15 Jahren oder so wieder als Kunde dort. Und habe im Großen und Ganzen nichts Neues gesehen. Eine Kleinigkeit war aber doch erwähnenswert: Die aus Amerika stammende Firma Stamping Up! hatte ihren ersten Auftritt in Deutschland, denn obwohl es die Firma schon lange gibt, mussten Fans der Marke ihre Stempel bisher über Bekannte aus USA bestellen. Stamping Up! arbeitet mit einem System von Heimpartys, wie der große Plastikschüsselanbieter. Man trifft sich bei einer Freundin, die Demonstratorin kommt und bastelt mit allen zusammen eine nette Karte. Um diese Vorgehensweise mal zu testen und zu schauen, wie diese Profis denn einen Workshop machen, habe ich mich auf der Messe auch gleich mit einer Freundin für einen 45-minütigen Kurs angemeldet. Es war nett, man bekam alles benötigte Material gestellt, musste aber um das Werkzeug wie Scheren, Rollstempel und Kleber ein wenig kämpfen. Am Ende hatte jeder eine schöne Weihnachtskarte, denn für Kartenbastler hat die Weihnachtssaison schon lange angefangen. Es gab auch ein Preisauschreiben, bei dem man nette Stempelsets gewinnen konnte. Da ich schon seit vielen Jahren ein großer Fan der Firma bin, habe ich natürlich mitgemacht, und letzte Woche kam- tadaaaa- ein Brief ich hätte den 4ten Preis gewonnen. Ich weiß nicht mehr was es als Platz 1-3 zu gewinnen hab, aber es muss riesig gewesen sein, denn sogar mein kleiner 4ter Platz ist noch sehr üppig ausgefallen: Ein Stempelset mit Stempeln, Kissen, Papier, Bändern, Kleber und einer Anleitung. Und ein aktueller Katalog, was gemein ist, denn dieser weckt wieder eine Menge neuer Begehrlichkeiten. das Foto ist lausig, aber das liegt an meiner uralt Kamera, kicher: PS: Ich teste zur Zeit ein neues Blog, aus verschiedenen Gründen. Das Design ist noch rudimentär, aber die wordpress-Software bietet viele Vorteile. Schaut mal rein: http://baerbelborn.blog.hobbyschneiderin.net/ Ich blogge parallel, also dort UND hier, aber es kann sein ich bleibe irgendwann ganz dort. Schauen wir mal.
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Geschrieben von snowwhite um 15:57 Uhr in Scrapbook
Dienstag, 30. September 2008
Man könnte es merken, wenn man alle Einträge hier verfolgt: Ich habe mich zur Zeit auf das Thema Heimat konzentriert. Dass ich in den Heimatverein eintreten werde, habe ich ja schon erzählt. Warum und wieso erzähle ich noch. Auch die Info über das wunderschöne Haus bei mir um die Ecke (älteste Haus im Rhein.Bergischen Kreis) liefer ich noch nach, schließlich hat das Haus 500 Jahre da gestanden, da kann der Bericht auch noch ein Weilchen warten. Heute habe ich die ersten Kleidungsstücke vom Heimatverein bekommen. Ein blau-weiß gestreifter langer Rock, eine weinrote Weste, ich trage dazu eine weisse Bluse. Recht simpel, denn in Ermangelung einer eigenen Tracht hat der Heimatverein sich diese Kluft ausgedacht. Die Frauen tragen Röcke aus dem blau-weißen Stoff aus dem die Hemden der Herren gemacht sind. Das ist völlig unauthentisch, aber im Bergischen Land gibt es ausser der "Leverfrau", der für Solingen typischen Lieferfrau von Schneidwaren, keine historisch überlieferte Kleidung. Ein bisschen frustrierend für einen Klamotten- und Kostümfreak wie mich. Aber ich passe mich dem Erscheinungsbild des Vereins an, und versuche dann klammheimlich die Kleidervorschriften zu unterwandern. Ich habe Zeit. Denn ich gedenke, dem Verein für viele Jahre treu zu bleiben. Und ich hoffe, vielleicht doch noch irgendwo Hinweise auf lokale Besonderheiten in der Kleidung zu finden. Meine Nähfreundin Aud hatte jede Menge Ideen, wie ich den Leichlinger Modegeschmäckern vergangener Epochen auf die Spur kommen kann. Als eine Reenacterin der ersten Stunde weiss Aud wovon sie spricht. Und nach dem Gespräch mit Aud wurde mir klar, dass die Leichlinger Geschichte sogar weit bis zurück ins Mittelalter reicht, Sagen und Legenden ranken sich um Orte und Auen. Wenn sich da nichts draus basteln lässt! Aber erst einmal habe ich meinen ersten offiziellen Termin mit dem Heimatverein auf dem Leichlinger Obstmarkt. Wir schmeissen uns in die "Tracht" und gehen gemeinsam am Samstag gegen 15 Uhr zum Obstmarkt. Dieser Bauernmarkt hat eine lange Tradition und wird alleine schon eine Blogseite füllen. Aber dort mit dem Heimatverein aufzuschlagen wird auch für mich eine völlig neue Erfahrung sein. Und weil ich wie immer die Klappe so weit aufreisse, darf ich auch gleich bei meinem ersten Termin ein Gedicht aufsagen. Umpf. Ich meine.... reden kann ich ja, aber vor so vielen Leuten? Bestimmt ist dann niemand da um zu erleben, wie ich mich blamiere. Gnädigerweise haben die Mädels vom Verein mir ein Gedicht auf hochdeutsch gegeben, denn in Mundart würde ich nicht nur mich, sondern gleich den ganzen Verein der Lächerlichkeit preisgeben. Man darf sich also auf dem Leichlinger Obstmarkt am Samstag zum frühen Nachmittag auf Perlen der Weisheit freuen, klein Bärbel im Heimatdress sagt ein Gedicht auf. Wie bin ich da nur wieder reingeraten? Link zur offiziellen Seite der Stadt Leichlingen: Obstmarkt
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