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Donnerstag, 27. September 2007

600 Kilo Müll

Ja ich bin ein Messi... und gebe es auch zu. Messis sind Leute die "mess" aufheben, also Unrat, Abfall, Müll. Aber... für mich gibt es keinen Müll wie für andere Leute. Klar, den ausgeleckten Joghurtbecher schmeisse ich auch weg.. Meistens jedenfalls. Oder hebe ihn auf, um Kräuter darin einzufrieren, Wasser für´s Aquarellmalen bei der Hand zu haben oder was auch immer.

Schlimm wurde es, als Tupper diesen genialen Dosenöffner auf dem Markt brachte, der die Kante so schneidet, dass man den Deckel wieder draufsetzen kann. Ich habe angefangen Dosen aller Größen aufzuheben, vom Tomatenmark bis zum Sauerkraut. Und ich dachte ich mach da mal was mit. Habe auch schon eine Menge mit weisser Farben grundiert, um was stempeliges damit zu machen. Und eingelagert. Bis heute. Die kreative Umsetzung haben andere besorgt: In der Stempelszene sind Dosen sehr beliebt und mit ein bisschen Geschick werden wahre Kunstwerke daraus.

Aber ich musste heute Abschied nehmen. Von meiner Dosensammlung, von Omas Küchenmaschine, mit der sie mir und meinem Bruder immer ihre leckere Bananenmilch gemixt hat. Von alten Teppichböden, um die ich keine Träne weinen werde. Und um Unmengen Krims und Krams. Zwei Transporterladungen haben wir in das unergündlich tiefe Loch der Solinger Müllverbrennung geworfen. Unser Müll brachte 600 Kilogramm auf die Waage! Fragt nicht was das gekostet hat. Irgendwie kurios: man bezahlt um etwas zu bekommen, und am Ende auch dafür, es wieder loszuwerden.

Und bei der ersten Fuhre stand ein netter Herr gleich neben uns am Schacht, der konnte noch Omas altes Radio gebrauchen! Jipee! Der Rest Elektroschrott wurde von uns ordnungsgemäß in den entsprechenden Container gebracht. Seit Wochen stand zum Beispiel ein ausgedienter PC-Monitor vor meinem Wohnzimmerfenster. Ich musste immerzu daran denken, wie schwer es mir vor vielen Jahren fiel, dieses Monitor zusammenzusparen, nebst PC und Peripherie. Und nun stand er dort im Regen! Heute musste ich ihn zu Grabe tragen. Aber er ist nicht alleine. In dem Müll-Container wohnen viele, viele Monitore. Aber auch Fernseher aller Jahrgänge und Größen, Tastaturen, Radios und undefinierbare Geräte.

Ganz oben auf dem Berg ein kleiner knalloranger TV-Apparat. Eindeutig 70er. Wie hat die brave Kiste das so lange ausgehalten? Auf einem Dachboden vergessen? Immer wieder repariert? Also ich brauche nicht "Der tapfere kleine Toaster" zu sehen, oder neulich den Transformer-Film (aus Versehen, nur aus Versehen war ich im Kino) um zu fühlen, dass in einem elektrischen Gerät, in jedem Gebrauchsgegenstand mehr steckt als nur Kabel und Plastik. Omas Küchenmaschine... Das Mixerglas gesprungen, das Motorgehäuse mit Hansaplast geklebt. Ich werde immer wieder 10 Jahre alt und schmecke Bananen wenn ich sie sehe. Aber wohin damit? Niemand wird verstehen, warum ich ein Kellerregal damit bestücken will, nur um sie mir ab und zu anzuschauen. 

Heute habe ich sie ganz vorsichtig vorne in den Schrott-Container gestellt. Vielleicht sieht sie jemand der alte Maschinen sammelt. HOffentlich! Das Museum für Geschichte in Bonn wollte sie nicht haben, ich hab gefragt. Die suchen 70er Ikea-Möbel. Keine Chance für den Mixer! Ich habe Abschied genommen, und nie mehr wird Bananenmilch schmecken wie bei Oma. (ich gebe auch keine Eier rein!) 

Aber Messi bleibt Messi. Alles hat einen Wert, und sei er auch noch so klein. Gestern gab es Dosensuppe. 3 Dosen mit sauber geschnittenem Rand. Innen schön weiss beschichtet. Ab in die Spülmaschine! Ein neuer Anfang....

 

 

PS: Ja, ich hab einen Sprung in der Schüssel. Aber wegwerfen werde ich sie darum nicht! 

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Geschrieben von snowwhite um 20:50 Uhr in Gedanken
   

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