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bluemchen
   

Freitag, 7. Dezember 2007

Wer näht für mich?

Ich bin ein Träumerle. Ich träum von den schönsten Klamotten, aber zum Nähen bin ich de facto zu faul. Dann träum ich gleich weiter, und vor meinem geistigen Auge tauchen ganze Heerscharen reizender Helferlein auf, die bienenfleissig meine spinnerten Ideen umsetzen. Träumen ist ja erlaubt ;-)

Zurück in der Realität muss ich wohl oder übel an die Nähmaschine. Die wieder unter einem Berg Klamotten, Kisten und Krempel vergraben ist. Das hat Ähnlichkeit mit einer Sisiyphos-Arbeit, die immer und immer wieder neu getan werden muss. Seitdem träume ich von einem eigenen Atelier, in dem keine Stempelkisten, Bügelwäsche, Flickarbeiten oder Kinderklamotten rumliegen, und in dem man eine angefangene Arbeit auch mal liegen lassen kann. Mensch, ich träum schon wieder! Ich muss mich mal selber kneifen.

Drum mache ich hier seit ein paar Tagen eine To-Do-Liste. Kneifen reicht nämlich nicht mehr, es muss schon ein handfester Tritt in den Podex sein, damit ich mal was anfange. Unter diesen Umständen zumindest. Seit heute morgen schaufel ich- mal wieder- die Nähecke frei. Meine Tochter hat den Schnitt für ihr Top endlich ausgedruckt. Sie hat sich von der Burdastyle-Seite diesen Schnitt ausgesucht: Klick.

Sieht fesch aus. Oder so. Auf jeden Fall hat der Schnitt... Trommelwirbel..... Nahtzugaben. Seit ich in den 90ern mit amerikanischen Schnitten genäht habe, finde ich Schnitte ohne NZ (Nahtzugabe) unerträglich. Jeden Schnitt ohne eine solche, den ich nun kopiere, ergänze ich schon VOR dem Zuschnitt mit den gewünschten 1,5 Zentimetern. Voller Tatendrang fragte ich dann heute meine Tochter, ob wir nicht ein kleines Video über das Nähen mit NZ machen sollen. Sie rollte mit den Augen und entschwand schleunigst.

Aber das ist auch nicht weiter schwer. Auf den Stoff stecken, ausschneiden an der Papierkante, Nadeln quer rein, an der Nähmaschine eine Markierung (bei mir Tesafilm) anbringen, wo der 1,5 Zentimeter-Abstand zur Nadel gut zu sehen ist, Stoff dort anlegen und losnähen. That´s it. Kein umständliches Übertragen der Nahtlinien mehr mit Kreidepapier, denn so habe ich es damals gelernt. Und kein umständliches Stecken mehr mit ständiger Kontrolle, ob die Nahtlinien sich auf beiden Seiten treffen. Wie konnte ich nur jemals sowas machen?

Seit ich mit NZ nähe, nähe ich doppelt so schnell. Immerhin. Natürlich gibt es auch bei diesen Schnitten Markierungen, die man übertragen muss. Aber das ist schnell gemacht. Wo Markierungen an einer Naht aufeinandertreffen sollen, schneide ich ein kleines Dreieck an der Schnittkante aus, das kann man wunderbar aufeinanderlegen. Nur Obacht, dass man nicht zu weit einschneidet, gell?

Wo ich hier so sitze und tippe... müsste ich eigentlich an der Nähmaschine sein. Und vorher den Schnitt ausschneiden und zusammenkleben. Schade, dass ich mich dabei nicht selbst fotografieren kann, gibt es halt keine Fotos von dem Entstehungsprozess des "Idit"-Oberteils. Es sei denn, jemand näht für mich und ich bediene die Kamera! Das wär wie im Traum.

Bussi-Bär(bel) 

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Geschrieben von snowwhite um 20:03 Uhr in Burda
   

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