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Mittwoch, 12. Dezember 2007

refashion

Je mehr ich zum Thema Mode Videos schaue, Blogs lese (sehr sehr selten, ich gebe es zu) oder websites durchstöbere... um so mehr habe ich ein für mich neues Schlagwort im Genick: Refashion. Soweit ich in Erfahrung bringen konnte, ist das eine neue (?) Bewegung im Handarbeitssektor, der sich wie ein roter Faden durchs Internet zieht. Zu meiner Großmutters Zeiten hätte man dazu "Aus alt mach neu" gesagt.

Berufen durch den Wunsch, Mode neu zu erLEBEN, möchte ich da gern mitmischen. Zuerst habe ich es in der TV-Serie Project Runway Canada gesehen: Die Modedesigner wurden angehalten, aus dem Koffer der Mitbewerber ein Kleidungsstück zu klauen, und es umzustylen. Auch was Otto von Busch in einer seiner  Aktionen versucht hat, war ja im Grunde nichts anderes, den Teilnehmern wurden Berge alter Klamotten hingeschmissen. Mach was draus, war die Devise.

Irgendwo in den Weiten des Internet habe ich auch eine Aktion gefunden und wieder verloren, in der es hieß: refashoning saves the environment. Oder so ähnlich. "Aus alt mach neu rettet die Umwelt". Das liegt ja auf der Hand, dass es die Umwelt schont, wenn man aus Kleidern, die bereits fertig produziert und transportiert wurden, etwas Neues macht.

Seit sich bei mir diese Idee festsetzt, schmeiß ich GAR NICHTS mehr weg. Ich habe sogar den Altkleidersack, der beim Umzug noch nicht seiner Bestimmung zufgeführt wurde, wieder ausgepackt. Könnte ja was dabei sein, was man "refashionen" kann. Was für eine Wortschöpfung.

Otto von Busch macht das in einem seiner Tutorials ganz forsch: Aus 2 Blazern macht er einen Neuen, indem er die Ärmel bei beiden abschneidet und nach dem Tauschen wieder zusammennäht. Mir persönlich ist das zu öde. Hat man dann was "Neues"? Nö. Nur was Altes neu zusammengenäht. Finde ich.

Weit interessanter fände ich es, wenn man aus einem langweiligen, idealerweise sogar billigen, Fummel was Flippiges macht, idealwerweise mit einer Aufwertung verbunden. Wäre es nicht witzig, daraus eine Art "round robin" zu machen? Ich kenne das aus Stempelzeiten: Man gibt was in eine Kiste, schickt die an jemand, der was rausnimmt und was reintut, der schickt es weiter etc. Am Ende bekommt der erste Absender das Paket mit völlig anderem Inhalt zurück.

Der Haken an der Sache ist der Transport. Will man Klamotten verschicken, damit andere sie neu gestalten, dann hat man ja wieder die Transportwege, die man der Umwelt zuliebe ja vermeiden wollte. Will sagen: was ich mir umnähe, muss nicht aus China zu mir transportiert werden. Und dann ein Paket quer durch Deutschland schicken? Nee.

Bleiben Nähtreffs. Jeder bringt was mit. Ich denke da vor allem an unseren Aachener Nähbrunch. da würde sogar ich mich mal an die Nähmaschine setzen, wenn es um höhere Ziele geht. Aber egal wie und wo, jede(r) hat garantiert das ein oder andere Teil im Kleiderschrank, das eine Umgestaltung vertragen könnte.

Ich muss im Moment erst mal ein Top für die Tochter fertig bekommen, und dann ist fast Weihnachten. Aber danach richte ich mir hier eine neue Rubrik ein. Refashion. Und durchforste den Altkleidersack. Das wird Spaß machen.

Eure Bärbel 

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Geschrieben von snowwhite um 10:40 Uhr in Projekte
   

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