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Sonntag, 16. Dezember 2007

Adventsnähen

Erst einst, dann zwei, dann drei dann vier.... dann steht das... Waaas? Bald steht schon wieder das Christkind vor der Tür? Haaalt! Warte. Bitte noch 2-3 Wochen, dann bin ich fertig.

Jede(r) kennt das: Man weiß es, seit man in der Schule bis 24 zählen gelernt hat: Am 24. 12. eines jeden Jahres ist Weihnachten. Und um sich darauf vorzubereiten, hat man- theoretisch- 364 Tage Zeit. Soweit die Theorie. In der Praxis beginnt die Jagd schon im August. In meinem Stempel-Bastel-Laden fragten die ersten nach den neuen Weihnachtsstempeln schon, wenn draussen die Sonne knallte. Man kann mit den Weihnachtskarten ja nie früh genug anfangen.

Wenn dann im September die ersten Dominosteine in den Regalen liegen (und dort lasse ich sie auch liegen) dann wissen wir: Das Fest der Liebe naht. Wobei in der Welt des Business die Liebe nicht mehr viel zählt. So war neulich in dem Weih-Nachts-Prospekt eines Discounters zu lesen: "Früher war Weihnachten ein christliches Fest. Heute feiern wir es immer mehr wegen der Dekoration" Ich dachte ich kippe vom Stuhl. Ja, wenn die gesagt hätten "wegen der Geschenke", das wäre wenigstens ehrlich gewesen. Aber wegen der Dekoration? Meine Güte, all die Jahre ist der wa(h)re Sinn von Weihnachten an mir vorübergegangen. Meine Xmas-Deko hängt meist bis kurz vor Ostern, aber nicht weil es sich so gehört, ich bin einfach zu faul zum Wegräumen.  Und Christbaumkugel sehen auch im Osterstrauss ganz phantastisch aus (Ostereier im Christbaum auch, ich spreche aus Erfahrung)

Aber warum feiern wir Weihnachten? Nun, zunächst natürlich weil vor 2007 Jahren.... der Heiland geboren wurde. Glaub ich persönlich nicht dran. Aber es geht um das Symbol. Heiland. Heilen. Liebe. Nächstenliebe. Warum dann nicht das ganze Jahr? Ach, Hand auf´s Herz: Kann man 365 Tage an den Nächsten denken? Ich jedenfalls nicht. Aber am 24.12, da schaffe ich das. Und weil wir in Deutschland GOTT SEI DANK (ja, an DEN glaube ich) nach dem 24ten zwei schöööne lange Feiertage haben, können wir auch mit unseren Nächsten zusammen sein. Meine Nächsten sind meine Familie. Mama, Papa, Kind. Oma, Opa. Bruder. Tante, Onkels. Alle halt.

Und weil wir es ohne diesen Stichtag zur Wintersonnenwende niemals auf die Reihe bekommen würden, uns regelmäßig ALLE zu treffen, darum brauche ich Weihnachten. Dekorieren tu ich auch sehr gern, aber das gilt für´s ganze Jahr. Meine Familie sehe ich auch regelmäßig, aber nur einmal im Jahr im geschlossenen Rudel.

Und nochmal Hand auf´s Herz: Spätestens am Weihnachtsmorgen, wenn die allerletzte Hektik uns durch die halbleeren Supermarktregale rennen lässt, auf der Suche nach dem letzten Liter Frischmilch oder den übrig gebliebenen Dosen Katzenfutter.... dann überkommt es mich: Dann weiss ich, in ein paar Stunden steht das Essen auf dem Tisch. Wir sind zusammen. Und freuen uns. Reissen gierig die Pakete auf. Die Pakete brauche ich nicht. Aber die Leute, die sie auspacken. Und eingepackt haben. Um anderen eine Freude zu machen.

Und wenn wir das hinter uns haben, dann haben wir uns. Und DANN ist für mich Weihnachten.

Oh weh, es hat mich wider weggerissen. Raum und Zeit, Luft und Liebe. Dabei wollte ich euch von einem anderen Aspekt von Weihnachten erzählen: Freunden. Denn die hatte ich gestern, und zwar mit weihnachtlichem Aspekt. Im Forum der Hobbyschneiderin hatte Anne Liebler zu einem Adventsnähen in Brühl aufgerufen. Und im Burda-Forum habe ich dann Dank Anne davon Wind bekommen.

Weil ich in diesem Jahr so wenig Zeit für meine nähenden Freundinnen hatte, habe ich mich in Schale geworfen, und bin kurzerhand hingefahren. Gastgeberin "kitoma" Kristina, die praktischerweise ein Hotel hat, welches sie kurzerhand zum Schneiderstübchen umbauen kann, war leider nicht dabei, da sie kurzfristig erkrankt ist. Schade, ich hatte mich auf sie auch schon gefreut, habe ich doch schon seit einer Ewigkeit kreative Ideen mit ihr auszuhecken.

Geheckt habe ich dann mit Anne und Sylvia Scherzkeks, aber darüber sage ich nichts! Das soll unser süßes Geheimnis bleiben. Ebenfalls geheim halten muss ich mein schneiderisches Ergebnis des Treffens, denn dem Himmel sei es getrommelt und gepfiffen: Ich habe was winzig Kleines genäht beim Nähtreffen. Das war eine Art Premiere, denn da ich ausser einer Pfaff 260 keine funktionierende Maschine besitze, kann ich bei Nähtreffs nie mitmachen. Nur mitquatschen. Aber das mache ich ja sowieso am liebsten. 

Meine Pfaff ist aus einem Metall-Vollguß, oder wie das heisst. Und wiegt über 20 Kilo. Ich bin froh, dass ich sie in meinen Nähtisch eingebaut bekommen habe, die nehme ich da niemals wieder raus. Aber ich hab ein bisschen gestickt, mit der Hand! Ja, ihr Lieben, das geht. Da braucht man keine Maschine für. hihi. Aber zeigen kann ich euch das leider nicht, es soll doch für jemanden eine Weihnachtsüberraschung sein! Nur ein bisschen "Bärbel- mit- verkniffenem- Gesicht- und- schlecht- sitzendem- Mart-Visser- Kleid- bei- der- Arbeit". ( Danke Anne, für das Bild)

 

Xmas07

 

Und an einem UFO gestrickt. Immerhin habe ich nun das Vorderteil fertig, das werte ich als persönlichen Erfolg. Aber der Nähtreff hat mir auch einmal mehr bewiesen, dass ich nicht quatschen und nähen kann zur gleichen Zeit. Ich musste zwei Mal das Gestrickse aufribbeln, weil ich mich beim quasseln verzählt hatte. Also zum nächsten Nähtreff komme ich ohne Nähzeug.

Und warum gehe ich dann überhaupt hin? Denkt an Weihnachten. Familie. Ich zähle Freunde zur erweiterten Peripherie der Familie. Und was ist schöner, als so nah am Weihnachtsfest liebe Freunde zu treffen? Das ist ein wenig wie auftanken. Neue Energien laden. Damit die Batterie mal wieder ein bisschen im positiven Bereich läuft, denn nach diesem Jahr war sie doch arg aufgebraucht.

Weihnachten ist ein schönes Fest. Und wenn man keine Familie hat? Oder gar Freunde? Nicht einmal dann ist man ganz allein auf der Welt, ich bin mir ganz sicher es sitzt irgendwo jemand herum, der genauso alleine ist, und sich nach Freundschaft sehnt. Und in der heutigen Zeit sollte es nicht allzu schwer sein, diese Person in den Weiten des world wide web zu finden. Ich wünsche viel Glück dabei, und ein wunderschönes Weihnachtsfest, ob mit Deko oder ohne.

Bärbel 

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Geschrieben von snowwhite um 19:27 Uhr in Privates
   

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