Dienstag, 25. Dezember 2007
Xmas-Outfit
Hach ist das schön. Es gibt keine schöneren Tage im Jahr, als die beiden Weihnachtsfeiertage. Alles ist sauber und gerichtet, die Verwandtschaft abgefüttert und es gibt keine Verpflichtungen. Als Kind durften ich und mein Bruder 2 Tage am Stück spielen und fernsehen. So muss das Paradies aussehen. Als Mama darf ich wieder spielen, fernsehen haben wir freiwillig abgeschafft, und mit dem Zeitgewinn habe ich persönlich nun 2 Tage, in denen ich sinnlosem Zeitvertreib nachgehen kann.
Heute bestand dieser aus dem Sichten von 3 Kisten voller alter Schnittmuster, die mir meine Nähfreundin Aud neulich überraschend in die Hand gedrückt hat. Etwa 10 Hefte blieben in der engeren Auswahl, um sie demnächst als Quelle zukünftiger Nähorgien zu verwenden. Aber nach dem Sichten all der schönen Schnitte, dem schönsten Zeitvetreib überhaupt, habe ich meinen Mann gezwungen, die Ergebnisse seiner weihnachtlichen Handy-Knips-Session rauszurücken. Als er mich gestern das erste Mal sah, in meinem 2007er Xmas-Outfit, rannte er sein Mobiltelefon holen, mit den Worten "Das muss ich knipsen, das glaubt mir sonst kein Mensch!"
Nun, dieses Jahr hatte ich mir in den Kopf gesetzt "Ich will eine Schürze". Seit ich beim surfen über diese Seite gestolpert bin: amerikanische Patchwork-Schürzen "aprons" bin ich am Beginn einer Schürzen-Sucht.Mir sprang als erstes die rückwärtige Schnürung ins Auge. Das ist zwar überhaupt nicht schürzenlike, aber soooo schön. Dann wollte ich auch so eine Schürze, logisch. Und hab überall nach geeigneten Schnitten Ausschau gehalten. Und nicht gefunden. Auch egal, mein erstes Schürzen-Experiment musste ja nicht gleich perfekt werden.
Neulich war ich dann in dem Woll- und Quiltladen meiner Nachbarin, die nach 30 Jahren Ladengeschäft nun in den Ruhestand geht. Ich war auf den allerletzten Drücker dort, denn je weniger Stoffe zum halben Preis, um so besser für meinen Geldbeutel.Was soll ich sagen: Ich hätte sie ALLE kaufen können. Nach langem Hin und Her habe ich mich dann für einen süßen grüngrundigen Stoff mit weissen Schneekristallen entschieden. Da der Stoff schmaler liegt als bei "normalen" Stoffen habe ich zwei Meter mitgenommen. Frau De Ruiter meinte noch, das sei für eine Schürze völlig ausreichend. Pfff, sie kennt meine Schürzen ja noch nicht.
Wie ihr im obigen Link sehen könnt, ist die "Schürze" fast ein Kleid, und nach unten ausgestellt. da braucht man schon mal etwas mehr Stoff, zumal meiner nur 1 Meter breit lag. Ich habe also die zwei Meter in zwei gleiche Teile geteilt, jeweils etwas an den Seiten abgeschrägt, und oben sowie unten leicht rund geschnitten und oben eingekäuselt. Für das Oberteil blieb nicht ein Fitzelchen mehr übrig. Was nun? Ich habe denn in meinem Stoff-Fundus gesucht und nichts gefunden. Als ich am Wäscheschrank stand, um Handtücher rauszuholen, fiel mein Blick auf eine Tischdecke mit Lochstickerei, die ich wegen einem Fleck der sich nicht entfernen lassen will nicht mehr aufgelegt hatte. Ich weiss selbst nicht mehr so genau was mich geritten hat. Wahrscheinlich diese "refashion"-Idee, aus alten Klamotten was Neues zu machen. Also: Altes Deckchen= neue Schürze.
Und weil das Deckchen alleine so dünn war, habe ich es dreifach gefaltet und um mich herum drapiert. Dann die Brustabnäher abgesteckt, was nicht so ganz perfekt geworden ist weil man an sich selbst nicht gut abstecken kann. Und weil das Deckchen immer noch nicht so recht zu dem schönen Stoff passen wollte, habe ich in meinem Stempelfundus gewühlt und ein paar Stempel mit Schneekristallen raussucht. Einer davon wurde mit grüner Stoffmalfarbe auf das ehemalige Deckchen gedruckt.
Ihr konntet mir soweit folgen? Gut, denn dann habe ich beim anprobieren gemerkt, dass mit meinem Pi-mal-Daumen-Schnit die Arme keinen Platz mehr hatten. Also musste ich Armlöcher reinschneiden. Dazu habe ich dann endlich mal die geschenkte Styroporpuppe meiner Tante aufgebaut, damit ich an dieser die Armlöcher anpassen kann. Das war sehr hilfreich, denn danach musste ich noch die Träger anstecken, was ich ohne Puppe niemals geschafft hätte.
Nun, ich hab jetzt meine Schürze genäht, hinten passt sie überhaupt nicht, aber ich werde noch daran arbeiten. Ich plane viele weitere Schürzen. Wie Aud mir erzählte, und ich auch schon selbst gesehen habe, gibt es bei den Amis Blogs, die sich mit Nichts anderem beschäftigen, als dem Nähen einer neuen Schürze. Nun.... wie viele Schürzen braucht der Mensch? Seit ich meine habe, würde ich sagen: Ganz ganz viele!
Ich habe also jetzt meine Weihnachtsschürze, klassisch in Grün, mit Schneekristallen und rüschig. Drunter habe ich was weisses, rüschiges angezogen, und dazu rote Rentier-Socken. Man gönnt sich ja sonst nix. Mein Mann hat mich dann vor unserer neuen Kaminattrappe und neben dem Tannenbaum geknipst. Der magere Baum wird von uns heiss geliebt, denn es handelt sich dabei um die Spitze eines der Tannenbäume, die unser Grundstück eingrenzen. Da wir davon eine ganze Menge haben, müssen die alle Jahre wieder für eine solch rüde Behandlung herhalten. Das wächst nach, glaube ich. Und weil die Spitze vor zwei Tagen noch in 10 Metern Höhe wuchs, hat er jede menge Zapfen, die nun im warmen Zimmer knistern, weil sie irrigerweise meinen es wäre Frühling und sich öffnen.
Das zusammen mit den vielen Kerzen in unserer Kaminattrappe gibt eine Stimmung, in der meine Weihnachtsschürze nicht mehr ganz so albern aussieht. Trotzdem sagt mein Mann jetzt "Weihnachtselse...äh, -elfe" zu mir. Was soll´s. fest der Liebe, da trete ich ihn ausnahmsweise mal nicht vors Schienbein dafür.
Hier nun Fotos, vom handy aber erkennbar. Zuerst die schönen Stempelchen auf dem Oberteil:

Und nochmal ein paar Fotos im Ganzen, von meiner schönen Schürze.

Mit Baum (sorry, kitschig)

Posen macht Spaß:

Und unser offizielles Weihnachtsbild 2007:

In diesem Sinne: Ein wunderschönes Weihnachtsfest noch euch allen, ich gehe jetzt ins Kino. knuuuuutsch
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