Dienstag, 1. Januar 2008
Ich war einmal ein Pulli
« Countdown | Hauptseite | So viele Ideen.... »Noch so ein Tag an dem meine Nähstube mich rief: "Bääääärbel, wir wollen genäht werden" riefen die Weste und ein Rock. Noch einer.
Und das kam so: Diese Refashion-Idee, die ich neulich im Internet sah, und die ja schon Oma als "aus Alt mach Neu" kannte, lässt mich nicht mehr los. Als ich neulich einen Pulli in die Wäsche gab, den ich ewig nicht mehr angezogen hatte, der aber beim Umzug durch monatelanges Kartonliegen ganz muffig war, hatte ich wieder dieses Problem: Den ziehe ich NIE WIEDER an! Gekauft als Walle-Hüllen-Pulli und Figurverstecker hing der nun sackartig und meilenweit an mir runter. Bequem zum putzen, aber manchmal sogar dabei störend, denn ein Zuviel an Hülle ist oft auch im Weg. Kurz: Das Ding war unakzeptabel.
Aber ich KANN nicht wegwerfen. Höchstens weitergeben. Jedoch da der Pulli ein großes Loch vorne hatte, ging nicht mal das. Und dann kam refashion. Dieser Pulli..... neu gestaltet konnte daraus Dank der Massen an Strick.... ein Rock werden. Gedacht, getan. Heute habe ich dann die Ärmel abgeschnitten. Dadurch wurde der gestrickte Schlauch oben etwas schmaler, da die Ärmel eingesetzt waren. Ich habe dann die Linie beim Nähen etwas begradigt, so dass in den oberen Seitennähten eine leichte Kurve entstand, genau richtig für einen Rock. Dann war da noch ein Stück breites Bundgummi in schwarz, das kam oben dran, da wo ich den Rollkragen ab- und die Schulternähte aufgeschnitten hatte.
Beim Annähen des Gummis habe ich dieses gestreckt, um es auf die gleiche Länge wie den Strickstoff zu bringen, dessen Weite ich vorher gleichmäßig am Gummi verteilt und mit Quernadeln festgesteckt hatte. Das Ganze ging ruck zuck, höchstens 15 Minuten. Noch schnell das Loch im Strick gestopft und fertig war der Strickrock. So einen wollte schon ewig haben! Wer hätte gedacht, dass der schon ewig in meinem Schrank lag, und sich nur als Pulli verkleidet hatte? Im Ernst: Ich bin total happy mit meinem Rock, und er passte perfekt zu der Weste.
Diese musste ich heute noch ein wenig tunen. Zu der Weste möchte ich einen ausführlichen Blogbeitrag schreiben, denn da habe ich zuviel zu erzählen für einen Neujahrstag. Jedenfalls war ich mit dem Kragen noch nicht zufrieden, hab ihn halb wieder abgetrennt und neu abgesteckt. Dabei war ich ein weiteres Mal so froh über meine billige Styropor-Büste. So wackelig das Ding auch ist: Ich kann an ihr abstecken und meinen Bastelarbeiten die richtige Form geben, endlich! Das könnte ich so nicht an mir selbst und auch nicht an meiner schönen Jahrhundertwende-Büste, mit ihren unmenschlichen Proportionen.
Und weil meine liebe Aud Bilder sehen will, und seien sie noch so schlecht, hier nun ein paar Handybilder. Zunächst beide Klamotten zusammen, leider sieht man in dieser Bildauflösung nichts von dem schönen Zopfmuster des Pulli-Rocks. Wegen dem Muster hatte ich den Pulli immer aufgehoben, und jetzt habe ich daraus einen Rock, yeah.
Die Weste ist auch noch nicht perfekt, vorne müsste der Sitz der Holzknöpfe, die ich aus meinem Fundus geholt hatte, nochmal korrigiert werden, damit die Weste nicht so absteht. Und den Kragen muss ich nich in Form bügeln. Aus den winzig klein geschrumpften Ärmeln des Mohairpullis habe ich mit Armstulpen genäht und für die Daumen Löcher reingeschnitten. Die habe ich heute an und will sie nie mehr ausziehen, die sind sowas von warm.

Auf dem Foto von hinten wollte ich euch zeigen, wie ich in die unförmige Weite des verfilzten Pullis noch etwas Form gebracht habe, indem ich pi mal Daumen drei Abnäher eingebaut habe, die unten in einer Art Schößchen auslaufen. Leider kann man das kaum erkennen auf den Handybildern, nur dass sie nicht genau symmetrisch geworden sind, aber an sowas störe ich mich nicht. Denn hinten werde ich noch einen Riegel anbringen und mit zweien der schönen Holzknöpfe befestigen, um dem Rücken mehr Pepp zu geben.

Was mich wirklich ärgert: Von keinem meiner umgestalteten Teile habe ich vorher-nachher Fotos. Bei der Weste ist es ganz unglaublich, wie sehr der Strickstoff geschrumpft ist! Die untere Kante, die ihr nun seht, ging ursprünglich bis Mitte Oberschenkel! Die kompletten Armstulpen waren weite, schlabbrige und überlange Ärmel! Irre!
Auf jeden Fall wird das nicht das letzte Teil "refashion" gewesen sein, das ich mir umnähe. Ich liebäugele mit dem Begriff "Altkleiderschneider", der leider etwas negativ klingt, aber neben dem netten deutschen Wortspiel genau das sagt was ich vorhabe: Aus Alt mach Neu, alte Tugenden neu beleben und.... nie mehr etwas wegwerfen!
In diesem Sinne: Auf ein wiederverwertiges 2008! Eure Bärbel Born
Technorati Tags: refashion Altkleiderschneider
Schön hast Du das gemacht liebe Bärbel und sich sehe, das Thema lässt Dich nicht mehr los....
Gehen wir es an ;)?
VG
Anne
Ohhhh, die Anne! WoW!
Ich denke viel darüber nach und habe mich mit einigen besprochen, am Sonntag spreche ich das auf dem Nähbrunch von Marion nochmal an, und dann melde ich mich mit Konzept.
Wünsch mir Glück! Bärbel
Ich weiß ja nicht, worum es geht, aber mir schwant, ich sollte meine Sammlung alter Pullis nicht gerade jetzt zur Altkleidersammlung geben... :o)
Bekommen wir das Original am Sonntag zu sehen?
Sehr sehr toll! Das würde ich sofort anziehen. Ich lese Dein Blog schon eine ganze Weile und danke Dir sehr für die Anregungen, den Link auf dieses Refashion-Projekt, den Hinweis auf Project Runway Canada und und und. Außerdem brauch ich jetzt glaub ich auch ein Blog.
Frohes neues Jahr!
Jaaa, das ist meine Bärbel!
Hintern hoch und los ;-)
Knuddelz
Aud
NIX weggeben, Marion!!!!!! BLOSS nicht! Ich hab hier schon einen Sack von Aud stehen. Wenn es um eine gute Sache geht, ist mir gar nix peinlich.
Lucy, aber bitte hier bei Burda. Ich bin schrecklich mit meinen Anwerbungen, aber hier sind immer noch zu wenig Leute.
Phantastisch!
Und ganz große Pose.
Gruß von einer,die mit dem Wegschmeißen von Textilien auch echte Schwierigkeiten hat.
griselda
Du bringst mich auf Ideen! Ich habe doch auch noch einen wunderschönen roten Wollpulli, den ich aus Versehen nicht im Wollprogramm gewaschen habe. Jetzt gibt es daraus Stulpen.












Ideen muss man haben :-). Das sieht richtig gut aus.
LG
Patricia