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Dienstag, 30. September 2008

Obstmarkt

Man könnte es merken, wenn man alle Einträge hier verfolgt: Ich habe mich zur Zeit auf das Thema Heimat konzentriert.

Dass ich in den Heimatverein eintreten werde, habe ich ja schon erzählt. Warum und wieso erzähle ich noch. Auch die Info über das wunderschöne Haus bei mir um die Ecke (älteste Haus im Rhein.Bergischen Kreis) liefer ich noch nach, schließlich hat das Haus 500 Jahre da gestanden, da kann der Bericht auch noch ein Weilchen warten.

Heute habe ich die ersten Kleidungsstücke vom Heimatverein bekommen. Ein blau-weiß gestreifter langer Rock, eine weinrote Weste, ich trage dazu eine weisse Bluse. Recht simpel, denn in Ermangelung einer eigenen Tracht hat der Heimatverein sich diese Kluft ausgedacht. Die Frauen tragen Röcke aus dem blau-weißen Stoff aus dem die Hemden der Herren gemacht sind. Das ist völlig unauthentisch, aber im Bergischen Land gibt es ausser der "Leverfrau", der für Solingen typischen Lieferfrau von Schneidwaren, keine historisch überlieferte Kleidung.

Ein bisschen frustrierend  für einen Klamotten- und Kostümfreak wie mich. Aber ich passe mich dem Erscheinungsbild des Vereins an, und versuche dann klammheimlich die Kleidervorschriften zu unterwandern. Ich habe Zeit. Denn ich gedenke, dem Verein für viele Jahre treu zu bleiben. Und ich hoffe, vielleicht doch noch irgendwo Hinweise auf lokale Besonderheiten in der Kleidung zu finden. Meine Nähfreundin Aud hatte jede Menge Ideen, wie ich den Leichlinger Modegeschmäckern vergangener Epochen auf die Spur kommen kann.

Als eine Reenacterin der ersten Stunde weiss Aud wovon sie spricht. Und nach dem Gespräch mit Aud wurde mir klar, dass die Leichlinger Geschichte sogar weit bis zurück ins Mittelalter reicht, Sagen und Legenden ranken sich um Orte und Auen. Wenn sich da nichts draus basteln lässt!

Aber erst einmal habe ich meinen ersten offiziellen Termin mit dem Heimatverein auf dem Leichlinger Obstmarkt. Wir schmeissen uns in die "Tracht" und gehen gemeinsam am Samstag gegen 15 Uhr zum Obstmarkt. Dieser Bauernmarkt hat eine lange Tradition und wird alleine schon eine Blogseite füllen. Aber dort mit dem Heimatverein aufzuschlagen wird auch für mich eine völlig neue Erfahrung sein.

Und weil ich wie immer die Klappe so weit aufreisse, darf ich auch gleich bei meinem ersten Termin ein Gedicht aufsagen. Umpf. Ich meine.... reden kann ich ja, aber vor so vielen Leuten? Bestimmt ist dann niemand da um zu erleben, wie ich mich blamiere. Gnädigerweise haben die Mädels vom Verein mir ein Gedicht auf hochdeutsch gegeben, denn in Mundart würde ich nicht nur mich, sondern gleich den ganzen Verein der Lächerlichkeit preisgeben.

Man darf sich also auf dem Leichlinger Obstmarkt am Samstag zum frühen Nachmittag auf Perlen der Weisheit freuen, klein Bärbel im Heimatdress sagt ein Gedicht auf. Wie bin ich da nur wieder reingeraten?

 

Link zur offiziellen Seite der Stadt Leichlingen: Obstmarkt

 

 


 

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Geschrieben von snowwhite um 19:40 Uhr in Heimat

Mittwoch, 24. September 2008

Socken für den Sohn

Ich nähe, bastle, häkle ja ne Menge, aber immer nur für mich oder Freunde, die es schaffen mich ausreichend zu motivieren. (Nein, eine email nach diesem Beitrag ist keine Motivation für mich! Nur für denn Fall ihr habt jetzt mit dem Gedanken gespielt)

Nun habe ich es endlich endlich mal geschafft, meinem Jüngsten etwas zu machen. Da er mich seit ca 10 Monaten eigentlich ständig mit einer Häkelnadel in der Hand sieht, war es ja nur logisch dass er angesichts all der Socken und Strümpfe, die Mamas Garnkörbchen entsteigen, auch mal handgemachte Socken haben wollte.

Und weil Mama nun nach zahlreichen Übungen mit Socken-Anleitungen diese eigentlich ganz ohne eine Anleitung hinbekommt, hat Mama nun Montag angefangen. Und ist Dienstag fertig geworden. Mittwoch bestand Junior dann darauf, seine neuen Wollsocken bei der Waldwanderung der Schule zu tragen. Und kam mit nassen und fleckigen Füßen heim. Drecking aber glücklich.

Darum habe ich heute seltsame Fotos für euch, Socken mit Flecken. Aber egal, das bläuliche ist nur von den Gummistiefeln, und kein Ranz. Und die Passform ist super geworden, ohne Messen, nur mit raten. Ich könnte ja jetzt sagen, ich gehe ich in die Massenproduktion, aber ich habe schon andere Projekte am Haken.

Hier nun die Socken für den Sohn, rotmeliert. Und warm. Genau richtig für die kommenden kalten Tage. Endlich mal etwas pünktlich fertig geworden.

 

 

 

 
Das letzte Bild kann man mit rechtsklick "Grafik anzeigen" etwas größer machen.

 

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Geschrieben von snowwhite um 22:36 Uhr in Häkeln

Donnerstag, 18. September 2008

Expedition Heimat 1.1

Es ist nun schon 4 Tage her, dass im Rahmen des Tag des offenen Denkmals ein altes Haus bei mir um die Ecke geöffnet hatte. Unter dem Titel "Expedition Heimat" hat der Rheinisch-Bergische Kreis eine Veranstaltungsreihe ins Leben gerufen, bei der die Gemeinden jedes Jahr ein Thema zugewiesen bekommen und dieses mit örtlichen Sehenswürdigkeiten umsetzen. Die Themen wandern dann reihum, und jede Stadt zeigt, was sie zu dem gegebenen Thema zu bieten hat.

Leichlingen hatte das Thema "Bänder, Scheren und Papier" auf´s Auge gedrückt bekommen, ein Thema bei dem selbst der Stadtverwaltung nicht viel einfiel. Zumindest nicht in der Blütenstadt, denn so wird mein Heimatdörfle liebevoll von den Einheimischen genannt. In der Nachbarstadt Solingen sind die Scheren ja quasi erfunden worden, aber in Leichlingen???

Doch aus der Not wurde eine Tugend gemacht, und das älteste Haus im Kreis öffnete erstmals seine Pforten für die Öffentlichkeit. Das Haus wurde vor fast genau 500 Jahren gebaut. Ich hatte keine Ahnung, dass in meiner Nähe ein so altes Haus steht, denn ich bin ganz vernarrt in alte Dinge. Die "Expedition" begann im Stadtpark , und als ich dann nach einer Wanderung im Kreise Denkmalbegeisterter wieder in der Ortschaft meiner Kindheit und fast an meinem Wohnhaus ankam, habe ich nicht schlecht gestaunt: Das älteste Haus im Rheinisch-Bergischen Kreis ist genau das Haus, in dem ich als Kind bei dem Großonkel gespielt habe. Himmel! 

Ich habe heute noch die schiefen Dielen in Erinnerung. Als Kind fand ich es lustig, wenn man ständig das Gefühl hatte auf und ab zu gehen, so krumm war der Fußboden. Müßig zu sagen, dass der Boden auch heute noch schief ist, zumindest im Obergeschoss. Denn immerhin wurde das Haus nach denkmalschützerischen Aspekten renoviert und saniert. Und ich wurde mit einer gehörigen Portion Neid erfüllt, als ich das Innere sah. Ein Traum!

Doch zuvor gab es eine Ansprache des Bürgermeisters, Ernst Müller.

 

 

Wir haben einen Bürgermeister (rechts), der in einer Rockband spielt! Aber zum Tag des offenen Denkmals gab es ganz andere Flötentöne, und die am Denkmal interessierten Gäste bekamen einen Hörgenuss der besonderen Art: Bergische Dudelsackmusik. Die Band heisst "Spillück" wobei sie das "ü" eigentlich als "y" mit Punkten obendrauf schreiben, aber das gibt meine Tastatur nicht her.

 

 

Tief versteckt auf der Website der Gruppe findet man Demo-Stücke. Hört sie euch mal an, mein Favorit ist dieses Stück : "Wij leven vrij", wir leben frei. (Unbedingt bis zu Ende hören!) Der erste Teil wurde von einem Musiker aus Witzhelden (heute Leichlingen) geschrieben, der auch die holländische Nationalhymne geschrieben hat. Damit ist es auch schon vorbei mit meinen Musikkenntnissen. Im Namen des zweiten Teils kommt der Name meiner Tochter vor. Yeah!

Ich hatte mir das Stück per email bei den Spielleuten vorab gewünscht, und was denkt ihr? Sie haben es 2 (!) mal gespielt! Danke Rafael, Christian und Thorralf (eine Ruthilde habe ich am Sonntag nicht gesehen)

Ach, es war ein so wunderbarer Tag, und mit Hausbesichtigung, Dudelsackmusik und freiem Leben war er lange noch nicht vorbei. Weiter geht es hier demnächst mit Expedition Heimat 1.2 ;-) Dann erzähle ich euch von den Grabsteinen im Keller und den Scherben auf dem Acker.

 

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Geschrieben von snowwhite um 14:44 Uhr in Heimat

Donnerstag, 11. September 2008

Trachten-Strümpfe

Ein schneller Eintrag über mein jüngstes Projekt, Strümpfe für Trachten oder auch für einen Kilt.

Vor 8 Monaten fand ich in ravelry die schottische Häkelgruppe, aber meine Frage nach Zopfmusterstrümpfen konnte nicht beantwortet werden. Es gab keine.

Und weil es damals keine Anleitungen für hübsche Strümpfe mit gehäkelten (!) Zöpfen gab, habe ich das Sockenhäkeln geübt.

Zwischenzeitlich habe ich sogar eine Socke entworfen, aber meine Suche nach Zopfmusterstrümpfen ging weiter.

Da ich krankheitsbedingt eine Weile häkeltechnisch aus dem Verkehr gezogen war, mussten die Strümpfe warten.

Bis vor 3Tagen, da musste es einfach sein. Ich habe endlich mein lange gehegtes Projekt "Trachten-Strümpfe" begonnen.

Zunächst habe ich mit einer gemusterten Sockenwolle angefangen, damit ich wild draufloszopfen kann und man die Zöpfe auf den ersten Blick nicht so gut erkennen kann, für den Fall dass sie häßlich werden. ;-)

Aber bis auf ein paar Schönheitskorrekturen mag ich die spontan erfundenen Muster ganz gut leiden. Nun habe ich der Einfachheit halber erst mal eine Socke gehäkelt, die Strümpfe folgen demnächst.

Leider ist das Foto wieder grottig, wenn ich irgendwann eine bessere Kamera habe, muss ich alles neu knipsen...

click auf´s Bild macht es größer

 


 

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Geschrieben von snowwhite um 13:23 Uhr in Häkeln

Sonntag, 7. September 2008

Hallo Doro

Eben las ich im Blog von "Doro macht mit" einen Eintrag über den Wilden Westen. Dabei stolperte ich gleich über 3 lustige Informationen, also lustig für mich meine ich. Zum einen habe ich über genau dieses Thema erst vor 2 Tagen mit einem Freund sinniert, der ebenfalls wilde Westen im Schrank hängen hat, außerdem habe ich mir vor einer Ewigkeit zu dem exakt gleichen Anlass (Vorderladerschießen) ein Pseudo-Viktorianisches Kleid genäht und zum Dritten schreibt Doro weiter unten indirekt, dass sie heutige Männermode langweilig findet (ich hoffe ich habe Letzteres korrekt interpretiert).

Nun, das Thema Männermode ist erst kürzlich in meinen Blickpunkt gerückt. Ein Freund, der gleiche der auch ein Wildwest-Faible hat, erzählte mir wie eingeschränkt heutige Männer in der Wahl ihrer Kleidung sind. Das ist mir nie aufgefallen, da ich mich- verständlicherweise- nur um Frauenmode gekümmert habe. Und da ich endlos herumjammere, dass ich mich in der heutigen Frauenmode eingeschränkt fühle, was sollen Männer da erst sagen?

Dem Thema Männermode, speziell "Männerröcke" werde ich mich in Zukunft noch ausführlich widmen. Wenn ich schon für Frauen mehr Modefreiheit propagiere, muss ich das für Männer logischerweise auch tun. Und so ein knackiges Männerbein im Kilt ist einfach durch nichts zu übertreffen! Aber dazu ein andermal.

Doro sagt in ihrem Blog, dass ihr der Staubmantel von Butterick gut gefällt. Jo. Ich meine.... Butter bei die Fische... Frauen wollen verständnisvolle Partner, aber das alte Rollenbild vom starken rauhen Kerl macht uns´re Knie weich. Die armen Männer müssen einen Spagat machen zwischen Neandertaler und Weichei, der Mann der das schafft, dem liegen die Frauen zu Füßen. Und sowohl Kilt als auch Staubmantel suggerieren uns das archaische Bild eines marodierenden Kerls, der weiß wo der Hammer hängt.

Aber ebenso wie Männer gern ein hübsches Mädel im kurzen Rock anschauen, wollen wir Mädels mehr Mann sehen. Und die Jungs bekommen es geboten, wir Frauen gehen leer aus. Meistens. Also sollten wir unsere Herren mal ermutigen, sich zumindest modisch wieder ein wenig mehr wie Männer zu geben. Zeigt stramme Waden, knackige Hintern und muskulöse Oberarme, wenn ihr sie habt! Und wenn nicht, hilft vielleicht so ein Staubmantel.....

Ich benutze mein Blog ja auch als Gedächtnisstütze, aber nach meinem alten Westernkleid habe ich in meinem Internettagebuch vergeblich gesucht. Darum reiche ich der Vollständigkeit halber mal uralte Bilder nach. (falls ich die schon mal gebloggt habe entschuldige ich mich für die Wiederholung) Die sind genauso schlecht wie meine neuen Bilder, aber da ich momentan keine besseren machen kann (Hallo MaSan) müssen sie erstmal reichen.

Die Fotos habe ich gemacht, nachdem das Kostüm ein paar Jahre in Bananenkartons gelegen hat, also nicht so genau hingucken, der Samt ist schrecklich zerknittert.

Das Kleid ist meiner Phantasie entsprungen, völlig unauthentisch, aber das ist mir wurscht. Die Nürchen-Fans mögen jetzt besser wegschauen.Und denkt euch den Samt gebügelt.....

 

 

Und von vorne:

 

 

Und mit Pellerine (Himmel, ist das zerknittert):

 

Dazu hatte ich noch eine kleine Samtkappe mit Federn, putzig aber verschollen. Typisch.

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Geschrieben von snowwhite um 11:05 Uhr in Werke

Dienstag, 2. September 2008

Heimat

Oh oh, da hab ich die Bayern beleidigt. Das wollte ich ja gar nicht, denn ich unterschiede zwischen Menschen und Tradition. Ich habe schon unangenehme Zeitgenossen aus dem Rheinland erlebt, ebenso nette Südländer. Aber ich kann absolut verstehen, wenn jemand seine Heimat liebt. Denn ich liebe meine über alles.

Schon im vergangenen Jahr hatte ich geschrieben, dass ich nun dort bin wo ich hingehöre. Oft wenn ich aus dem Fenster schaue, sehe ich wie im Zeitraffer all die Bilder der letzten fünf Jahrzehnte an mir vorbeiziehen. Die alten Gebäude, die nicht mehr sind. Die Obstbäume, der riesige Walnussbaum wo schon lange ein Haus steht. Die Schneeglöckchenfelder auf den Wiesen, auch dort wohnen schon lange Menschen, und man sieht wenig Glöckchen.

Bäume und Gebäude mussten neuen Gebäuden weichen, die alte Schotterstraße wo man im Winter so gut rodeln konnte wurde zuasphaltiert und so viele schöne Dinge gibt es nur noch in der Erinnerung. Aber eines kann niemand abbauen, einreißen oder zerstören: Diesen Flecken Erde. Der Dreck aus dem wir gemacht sind.

Als meine Oma noch lebte und mich an einem Sommertag schwitzend im Garten buddeln sah, sagte sie "Du liebst das Land." Ich weiß nicht, ob sie es wusste oder ob es eine Frage war. Ich habe nie geantwortet. Was ist das Land? Die Erde die ich umgrabe? Was darauf wächst? Was jemand darauf gebaut hat? Die Menschen die darauf wohnen? Wenn ich mich in meinen Garten stelle und umsehe, sehe ich das Land. Die sanft abfallenden Hügel, ferne Höhen und das satte Grün. All die Schattierungen einer Farbe, die das Leben symbolisiert. Hellgrün, dunkelgrün, gelbgrün, tannengrün, grün, grün, grün.

Diese blöden Grashalme die schneller wachsen als ich sie mähen kann, scheinen mir zu sagen: "Ätsch, da sind wir wieder" und ich führe ein schalkhaftes Zwiegespräch mit dem hartnäckigen Grün. "Warum wächst das so schnell?" Vielleicht will es mir eine Freunde machen. Noch mehr Grün.

Dann schaue ich weiter, und sehe Bäume, die mein Großvater eingepflanzt hat, der vor 20 Jahren verstorben ist. Soll man darum einen Baum pflanzen? Damit etwas bleibt auch wenn man selbst längst zu Staub zerfallen ist? Die Nachkommen erinnern sich, doch auch diese Erinnerung stirbt mit ihnen. Der Baum steht immer noch. Jedoch auch wenn der Baum gefällt und vergangen ist, das Land ist noch da. Nur schwer kann der Mensch Hügel abtragen oder Flüsse trocken legen. Die nahe Wupper war bis vor kurzem ein dreckiges Rinnsaal, doch Dank beherzter Anwohner ist sie stellenweise eine Oase der Ruhe und Besinnung, wenn man sich nur darauf einlassen möchte. Und man kann sogar darin baden, wenn man das unbedingt will.

Ob ich das Land liebe? Ja, diesen Flecken liebe ich. Wenn es gestattet wäre, möchte ich hier begraben werden, in meinem Garten. An dem Ort wo ich geboren bin, aufgewachsen, gelernt habe, mich verliebt habe und den ersten Kuss bekam. Wo meine Kinder spielten, die besten Kirschen wachsen, im Frühjahr die Kastanie blüht und das Gras schneller wächst als mir lieb ist.

Aber ich weiß nichts über diesen Ort. Er existiert ja nicht nur seit meiner Geburt. Darum werde ich mich nun auf die Suche machen, woher ich komme und welche Menschen hier vor mir gelebt haben. Ob diese Menschen die romantischen Gefühle für ein Land entwickeln konnten, das sie mit knapper Not ernährte kann ich nicht sagen. Es wird gewiss auch fette Bauern gegeben haben. Aber egal ob reich oder arm, sie haben die gleichen Hügel gesehen und in der Ferne die Rheinische Tiefebene. Heute kann ich dort- nicht weit von meinem Haus- zur Rechten den Düsseldorfer Fernsehturm sehen und zur Linken den Kölner Dom. Beides auf einmal, friedlich nebeneinander.

Und ich in der Mitte. Auf dem Berg. Im Bergischen. Land. Und wie ich es liebe!

 

Expedition Heimat

 

 

 

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Geschrieben von snowwhite um 18:07 Uhr in Heimat

Montag, 1. September 2008

O´zapft is

Jodeldijodeldijodeldidüüüüü!

Nächsten Monat ist Oktberfest. Und da ich hier in meinem eigenen Blog schreibe, kann ich es ja sagen: Ich mag Bayern eigentlich gar nicht. Ich hoffe SEHR, ich habe keine bayrischen Nähfreunde, denn ich schau nie wo jemand herkommt, wenn ich virtuellen Kontakt aufnehme.

Aber Bayern ist nicht grade mein Traumland. Die Sprache, die Traditionen, nee. Aaaaaber ich liebe Dirndl. Und diese kessen Kniebundhosen aus Leder für den Mann. Oder- noch besser- den Lederrock für Männer: klick. Bei Männer in Röcken bekomme ich weiche Knie, aber dieses Thema werde ich ein andermal ausweiten.

Ein klassisches Dirndl muss ja eine Reihe von Kriterien erfüllen, die mir herzlich gleichgülitg sind. Wo die Schnürung sitzt, wie tief der Ausschnitt geht, welches Blüschen drunter getragen wird, Schürze, Kropfband und all der Kram, mir doch wurscht.

Trotzdem fiel mir vor Jahren auf, dass all diese mittelalterlich angehauchten Mieder einiges mit einem Dirndl-Schnitt gemeinsam haben. Mit ein bisschen Phantasie beim nähen könnte man ein Dirndl auf jeden Mittelalter-Markt anziehen ohne groß aufzufallen.

Und ebenfalls schon eine Weile her ist der Tag an dem es mir dann wie Schuppen von den Augen fiel: Ein Dirndl ist eine geniale Möglichkeit meinem Faible für historisch inspirierte Mode zu frönen, ohne dabei aufzufallen! Das ist der Dreh!

Darum will ich schon seit Jahren Dirndl nähen. Klassische, flippige, welche in groben Stoffen und gedeckten Tönen, welche in ganz neuen Stoffkombinationen oder ultrakurz.

Burda ist mir da weit voraus: Schon im vorletzten Jahr kam ein Burdamoden-Heft heraus mit 3 Wies´n-varianten: BuMo 09/2006.

Ich wollte ja ein Dirndl nähen, aber hab´s irgendwie verschoben und dann vergessen. 2007 ebenso. Aber 2008 wird mein Dirndl-Jahr! In der aktuellen Burda ist sogar ein Dirndl gezeigt, dass man sich downloaden kann:

 

 

Aber eine Leserin kommentierte auf der Website, dass der Tellerrock nicht grade einem klassischen Dirndl entspricht, und dem kann ich nur zustimmen. Das Mieder ist nett, aber ohne die Frisur des Models und die witzige Schürze würde ich nichts mehr vom Dirndl erkennen.

Also welches soll ich nähen? Ich habe bei Burda 2 ausgesprochene Dirndl-Schnitte gefunden:

Bei beiden geht das Mieder bis weit über den Busen. Ich hätte aber viel lieber einen Balkonette-Ausschnitt. Wenn ihr euch nun fragt, was ein Balkonette ist... googelt man nach diesem Begriff, landet man mehr Dirndl-Treffer als alles andere. Dabei ist ein solcher Ausschnitt kein typisches Dirndl-Attribut, sondern halt einfach nur ein bisschen mehr sexy als andere.

In einem youtube-Beitrag der Deutschen Welle kann man erfahren, dass grade bei jungen Frauen der Trend zum tief ausgeschnittenen Mieder geht, also zum Balkonette. Jung bin ich nicht mehr, aber Balkonette mag ich trotzdem. Nur leider hat Burda bisher lediglich einen einzigen Balkonette-Schnitt herausgebracht, von dem ich weiß, und der war in einem Heft von 1967 oder 68. Und da ich das Dirndl für das sewalong nähen möchte, scheidet dieser alte Schnitt erstmal aus.

Nach langem, sehr langem Surfen auf der Burdaseite und ewigem Schnitt-vergleich wollte ich dann eins der Burda-Dirndl aus dem aktuellen Schnittprogramm kaufen. Als ich im Laden stand, sahen die im Katalog ganz anders aus! Und ich hab beide Schnitte gekauft. Außerdem noch einen Kleiderschnitt aus dem neuen Programm, und zwei Fasching-Schnitte. Die "Fee" wollte ich schon länger im Fundus haben, und beim Blättern im Katalog habe ich einen ulkigen Magiermantel gesehen, bei dem ich vor allem die Kapuze benötige.

So wurden es summasummarum fünf Burdaschnitte und ein Meter Leinenstoff für´s Dirndlmieder bei meinem heutigen Besuch im Stoffgeschäft. Wenn mein Mann die Rechnung sieht gibt´s Mecker, aber wenn ich dann mein Dirndl trage wird er wieder lieb, jedeWette.

 

 

 

 

 

 

 

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Geschrieben von snowwhite um 13:09 Uhr in Burda
   

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