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Donnerstag, 18. September 2008

Expedition Heimat 1.1

Es ist nun schon 4 Tage her, dass im Rahmen des Tag des offenen Denkmals ein altes Haus bei mir um die Ecke geöffnet hatte. Unter dem Titel "Expedition Heimat" hat der Rheinisch-Bergische Kreis eine Veranstaltungsreihe ins Leben gerufen, bei der die Gemeinden jedes Jahr ein Thema zugewiesen bekommen und dieses mit örtlichen Sehenswürdigkeiten umsetzen. Die Themen wandern dann reihum, und jede Stadt zeigt, was sie zu dem gegebenen Thema zu bieten hat.

Leichlingen hatte das Thema "Bänder, Scheren und Papier" auf´s Auge gedrückt bekommen, ein Thema bei dem selbst der Stadtverwaltung nicht viel einfiel. Zumindest nicht in der Blütenstadt, denn so wird mein Heimatdörfle liebevoll von den Einheimischen genannt. In der Nachbarstadt Solingen sind die Scheren ja quasi erfunden worden, aber in Leichlingen???

Doch aus der Not wurde eine Tugend gemacht, und das älteste Haus im Kreis öffnete erstmals seine Pforten für die Öffentlichkeit. Das Haus wurde vor fast genau 500 Jahren gebaut. Ich hatte keine Ahnung, dass in meiner Nähe ein so altes Haus steht, denn ich bin ganz vernarrt in alte Dinge. Die "Expedition" begann im Stadtpark , und als ich dann nach einer Wanderung im Kreise Denkmalbegeisterter wieder in der Ortschaft meiner Kindheit und fast an meinem Wohnhaus ankam, habe ich nicht schlecht gestaunt: Das älteste Haus im Rheinisch-Bergischen Kreis ist genau das Haus, in dem ich als Kind bei dem Großonkel gespielt habe. Himmel! 

Ich habe heute noch die schiefen Dielen in Erinnerung. Als Kind fand ich es lustig, wenn man ständig das Gefühl hatte auf und ab zu gehen, so krumm war der Fußboden. Müßig zu sagen, dass der Boden auch heute noch schief ist, zumindest im Obergeschoss. Denn immerhin wurde das Haus nach denkmalschützerischen Aspekten renoviert und saniert. Und ich wurde mit einer gehörigen Portion Neid erfüllt, als ich das Innere sah. Ein Traum!

Doch zuvor gab es eine Ansprache des Bürgermeisters, Ernst Müller.

 

 

Wir haben einen Bürgermeister (rechts), der in einer Rockband spielt! Aber zum Tag des offenen Denkmals gab es ganz andere Flötentöne, und die am Denkmal interessierten Gäste bekamen einen Hörgenuss der besonderen Art: Bergische Dudelsackmusik. Die Band heisst "Spillück" wobei sie das "ü" eigentlich als "y" mit Punkten obendrauf schreiben, aber das gibt meine Tastatur nicht her.

 

 

Tief versteckt auf der Website der Gruppe findet man Demo-Stücke. Hört sie euch mal an, mein Favorit ist dieses Stück : "Wij leven vrij", wir leben frei. (Unbedingt bis zu Ende hören!) Der erste Teil wurde von einem Musiker aus Witzhelden (heute Leichlingen) geschrieben, der auch die holländische Nationalhymne geschrieben hat. Damit ist es auch schon vorbei mit meinen Musikkenntnissen. Im Namen des zweiten Teils kommt der Name meiner Tochter vor. Yeah!

Ich hatte mir das Stück per email bei den Spielleuten vorab gewünscht, und was denkt ihr? Sie haben es 2 (!) mal gespielt! Danke Rafael, Christian und Thorralf (eine Ruthilde habe ich am Sonntag nicht gesehen)

Ach, es war ein so wunderbarer Tag, und mit Hausbesichtigung, Dudelsackmusik und freiem Leben war er lange noch nicht vorbei. Weiter geht es hier demnächst mit Expedition Heimat 1.2 ;-) Dann erzähle ich euch von den Grabsteinen im Keller und den Scherben auf dem Acker.

 

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Geschrieben von snowwhite um 14:44 Uhr in Heimat
   

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