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Sonntag, 9. November 2008

St. Martin

So, nachdem ich den vorgestrigen Abend mit Fummelskram, und den letzten mit Blogdesign und den heutigen Tag ebenfalls mit Blogbasteln vertrödelt habe, muss ich mal was produktives tun: Bloggen!

Ich habe vorgestern kleine Beutelchen genäht, die ich vorher bestempelt hatte. Alles in allem keine große Sache, aber 22 Beutelchen zerren an den Nerven wenn man die gleiche Handbewegung immer und immer wieder machen muss. Lang-wei-lig!

Aber ich hab mich auf diese Bastelei schon ein Jahr lang gefreut, denn wir sind ja im vergangenen Jahr in das Haus meiner Oma gezogen. Und die hatte für die Martinskinder immer kleine Tütchen abgepackt, damit alle Kinder das gleiche bekommen.

Dabei muss ich immer an meine eigene Kindheit denken: Ich wohnte in diesem winzigen Ortsteil von Leichlingen, und die kleine Schar der Kinder ging einmal im Jahr mit ihren Martinslaternen von Haus zu Haus. Am Ende der Wanderung kehrten wir immer im gleichen Haus ein, und alle Kinder schütteten ihre Beute auf den großen Küchentisch. Die Mutter des Hauses half beim Verteilen.

Diesen Anblick vergesse ich meinen Lebtag nicht: Ein ganzer Tisch voller Süßigkeiten, und ein gerechter Anteil sollte mir gehören! Heute kann ich mir im Supermarkt so viele Leckereien kaufen wie ich will, aber es ist- ihr alle wisst es selbst- nicht das Gleiche. Beute ist etwas Besonderes, und kaufen kann jeder.

Als ich nun wieder in die Heimat gezogen bin, gab es die Tradition der Verteilung schon lange nicht mehr. Und auch wenn die Großen an der Tür immer darauf achten, dass es gerecht zugeht... die niedlichen Kindergesichter bekommen bestimmt die ein oder andere Tafel mehr zugesteckt. Im Grunde ist es nicht so wichtig, kein Kind kommt zu kurz in unserer kleinen Siedlung.

Aber ich bin halt pingelig wenn es um Gerechtigkeit geht. Ich schätze die Zahl der zu erwartenden Kinder, erhöhe um 5, und mache Tütchen. Wie meine Oma.

Letztes Jahr hatte ich kleine Cellophantüten mit goldenen Sternen gekauft, mit grünen Papierschnipseln ausstaffiert und mit Süßkram gefüllt. Anbei auch ein Trinkpäckchen, denn die Kinds bekommen massenhaft Süßes, aber selten was zu trinken. Doch ich wollte dieses Jahr etwas individuelles machen, etwas mit... na ja, Liebe halt.

Und so habe ich einen alten Bettbezug von Oma zerschnippelt und bestempelt. Und weil ich zuuufällig auch Stempel mit St. Martins-Motiven habe, kamen die halt auf den Stoff. Es hat Spaß gemacht, auch wenn ich nun rumjammere wie fummelig es war. Un nächstes Jahr nehme ich noch schöneren Stoff..... damit jedes Kind das Gleiche bekommt. Denn ich vermute, auch St. Martin hat den Mantel genau in der Hälfte geteilt, und nicht ein Drittel rechts und zwei Drittel links, oder? ;-)

...

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Geschrieben von snowwhite um 16:19 Uhr in Heimat
   

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